Interview mit Prof. DDr. Rudolf Weiler

Welche Erinnerungen haben Sie an Johannes Messner?

Natürlich habe ich viele Erinnerungen an Johannes Messner, besonders erwähnen möchte ich zwei Reisen nach Mönchengladbach auf Einladung von Prof. Dr. Anton Rauscher, die im Februar 1968 und im Mai 1969 stattgefunden haben. Es war eine Veranstaltung der Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle, ich meine das Thema lautete: „Das Humanum und die Christliche Soziallehre“.

Besonders in Erinnerung habe ich eine gemütliche Feier nach der Veranstaltung, bei der drei Teilnehmer als Achtzigjährige geehrt wurden, einer war Johannes Messner für seine Verdienste für das klassische christliche Naturrecht und die „Wiener Schule“ des Naturrechts. Bei der Feier war auch Oswald von Nell-Breuning anwesend. Auf dieses Treffen geht die Idee einer Johannes-Messner-Gesellschaft zurück.

Die „Wiener Schule“ – was verbirgt sich dahinter?

Darauf möchte ich mit Worten von Johannes Messner selbst antworten und aus einer Rede am 12.2.1971 im Palais Palffy zitieren:

 „Erstens darf ich mich freuen, Sie nehmen es mir nicht übel, daß wir jetzt von einer ‚Wiener Schule‘ der christlichen Gesellschaftslehre sprechen können. Sie wurde zunächst begründet von Franz M. Schindler, Prof. hier, gestorben 1922. Ignaz Seipel hat dann die Linie fortgeführt. Dann suchte ich, auf dieser Linie weiterzuarbeiten, ich nenne sie die Schule des Sozialrealismus.

Noch im Staatslexikon von 1926 wird von sechs Wiener Richtungen, davon fünf sozialromantischen berichtet. Vier davon meinten, die ganze Problematik des Industrialismus und Individualismus könnte gelöst werden durch Abschaffung des Kapitalzinses. Sogar beim 2. Vaticanum sind noch solche Eingaben erschienen.

Die Schule des Sozialrealismus gegenüber der Sozialromantik. 

Daß die ‚Wiener Schule‘ der christlichen Gesellschaftslehre Auswirkungen erreicht hat, die bis Amerika reichen und bis Japan, verdanke ich dem seinerzeitigen Minister Drimmel. Er hat mir ermöglicht, daß ich viele Arbeitsurlaube in England verbringen konnte, wo ich mich besonders mit dem Realismus des Denkens dort vertraut machen konnte, während man bei uns viel in den metaphysischen Wolken geschwebt hat.

Die ‚Wiener Schule‘ ist im deutschen Sprachraum einmalig. Eine nahe Verwandte gibt es mit der Münsterer Schule, begründet von Franz Hitze, fortgeführt von Joseph Höffner – jetzt Kardinal in Köln – weitergebaut von Wilhelm Weber und Anton Rauscher. Die beiden Schulen sind eng befreundet, die letztgenannten waren schon öfter hier in Wien. Aus einer von mir gehaltenen Gedenkrede für Franz Hitze zum 40. Todestag ist ein kleines Buch über das Gemeinwohl geworden.

Zweitens freue ich mich, daß ich einen Nachfolger auf dem Lehrstuhl habe, der sich auch bei allem persönlichen Angehen der sozialen Problematik zu diesem Sozialrealismus bekennt, zu dieser ‚Wiener Schule‘!“

Welche Bedeutung hatte die Rückkehr von Johannes Messner aus dem Exil in Birmingham?

Das ist wirklich die Frage: Was hat er bei seiner Rückkehr 1949 an die Fakultät nach Wien und Österreich als Frucht seines ungebrochenen wissenschaftlichen Schaffens mitgebracht? Sein  Hauptwerk „Das Naturrecht“ und weitere Bücher in mehreren Auflagen, zuerst englisch und dann auf deutsch bei Tyrolia/Innsbruck erschienen. Des Weiteren die Weiterführung und den Ausbau seiner Mitarbeit und Entwicklung in der Kath. Soziallehre  – denken wir an  seine „Soziale Frage“ – vom Naturrecht her nach der Soziallehre der Kirche entwickelt. Und hier vor allem seine Kompetenz als Wirtschaftsethiker in jener Zeit gegen liberale und vor allem sozialistische ideologische Voreingenommenheit in der Volkswirtschaftslehre und folglich  der Wirtschaftspolitik: im Schlagwort gesagt, von der Wahl nach Systemen  in der Wirtschaft, mit Kapitalismus oder Sozialismus?

Seine Forschungsarbeit in England, ungestört durch stete Lehrverpflichtungen fortsetzen zu können, war die Bedingung für die Ausübung seiner Professur in Wien immer nur während des Wintersemesters. Die Professoren der Fakultät in Wien, besonders Dekan Prälat Dr. Michael Pfliegler, waren um seine Rückkehr bemüht, um seine mögliche Abwanderung – so war Münster in der BRD  im Gespräch – zu verhindern. Im Unterrichtsministerium  war  Dr. Heinrich Drimmel bei den Verhandlungen sehr um Entgegenkommen bemüht gewesen.

Die Erzdiözese Wien war interessiert. Vom Leiter des Wiener Pastoralamtes und des Österr. Seelsorgeinstituts Prälat Dr. Karl Rudolf weiß ich es, man erhoffte seelsorgliche Impulse von ihm im Anschluss an die Zeit vor 1938 zu erhalten. Seine Mitwirkung bei Vorträgen und Artikeln kann auch wieder belegt werden für die Zeit nach der Rückkehr.

Herr Professor, danke für diese Informationen!

Das Interview mit Prof. DDr. Rudol Weiler führte die aktuelle Präsidentin der Johannes-Messner-Gesellschaft, Frau Dr. Maria Raphaela Hölscher, am 18.8.2017.

Advertisements

Naturrecht–zeitlos – Gastbeitrag von Andreas Laun

Als ich das erste Mal den Fuß in einen universitären Hörsaal setzte, gab es in Salzburg einen Benediktiner namens Auer, Professor der Philosophie, der mit viel Emotion und Leidenschaft vom Naturrecht sprach. Ich gestehe, dass ich damals von der mir unbekannten Rhetorik beeindruckt war, aber nicht wirklich verstand. Viel später schlug mir mein späterer Doktorvater vor, über das Naturrecht zu schreiben und zwar mit dem Auftrag, das Naturrecht als Grundlage der Enzyklika „Humanae vitae“ zu widerlegen, ja lächerlich zu machen. Damals herrschte bei den deutschen Moraltheologen das Vorurteil, das Naturrecht sei ein längst widerlegtes Relikt aus einer Zeit der Unfähigkeit, kritisch zu denken. Es sie doch längst klar geworden , dass das Naturrecht ein sumpfiger Boden sei, auf der ein Akademiker keine Theorie aufbauen könne.

Ich begann meine Arbeit, ich lernte dabei viel, aber im Rückblick würde ich sagen: Wirklich verstanden, welchen Schatz ich dabei auszugraben habe, verstand ich erst später, vielleicht erst wirklich, als ich selbst Vorlesungen hielt und das Naturrecht meinen Studenten erklärte! Dabei ist der Grundgedanke eigentlich einfach und mich wundert es heute, dass der akademische Smog der Vorurteile so viele Menschen so lange Zeit erblinden lassen konnte, eigentlich bis heute, wie der Kampf um die Abtreibung beweist: Das Naturrecht ist nämlich die Grundlage des freiheitlichen Rechtsstaates, erklärte Papst Benedikt XVI. den deutschen Politikern bei seiner Rede im deutschen Bundestag, indem er es als Human-Ökologie definierte. Es schützt den einzelnen Menschen vor der Willkür irgendwelcher Regierungen, führte Otto von Habsburg aus. Hans Jonas zerstörte das suggestive, irreführende Dogma von der Kluft zwischen Sein und Sollen anschaulich ad absurdum, indem er auf ein neugeborenes Kind verwies und schrieb: „Ich meine wirklich strikt, dass hier das Sein eines einfach ontisch Daseienden (Kindes) ein Sollen für Andere immanent ersichtlich beinhaltet“. Als in Österreich die Fristenlösung eingeführt wurde, schrieb der österreichische Jurist Wolfgang Waldstein ohne Zögern: „Damit hat Österreich aufgehört, im Vollsinn des Wortes ein Rechtsstaat zu sein.“ Und dieses Urteil trifft heute fast alle Staaten der Welt. Dementsprechend absurde Gesetze wie die „Homoehe“ entstehen mehr und mehr, als ob irgendeine Mehrheit mit einem Beschluss das in sich Unmögliche möglich machen, die Wirklichkeit verändern könnte, und Papst Johannes Paul II. warnte vor der Gefahr einer Diktatur der Mehrheit. Johannes Messner soll auf die Frage, wie man Naturrecht definieren könne, ironisch geantwortet haben: „Definieren Sie Gemüse, dann definiere ich Naturrecht!“

Bekannt ist auch die Erkenntnis: Wenn man das Naturrecht durch die Türe verjagt, kommt es durch das Fenster zurück. Alle Menschen sind von Geburt an Naturrechtler. Tatsächlich entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wie Leute, die „Naturrecht“ ablehnen, bei ihren Lieblingsthemen wieder beginnen, geradezu tollpatschig aus dem tatsächlichen Sein einer bestimmten Neigung wie etwa gleichgeschlechtlicher Anziehung wieder ein Sollen oder Erlaubt abzuleiten versuchen und sogar zu frevlerischen Forderungen wie einem Menschenrecht auf Abtreibung gelangen. Nein, es ist und bleibt dabei: Ohne Naturrecht, ohne ein höheres, über aller Menschensatzung stehendes Recht, gibt es keine Rechtsstaatlichkeit, gibt es übrigens auch keine berechtigte Revolution, kein Aufstehen gegen bestehendes, staatlich festgeschriebenes Unrecht. Denn dabei muss man sich immer auf ein höheres, dem Staat übergeordnetes Gerechtigkeit berufen, sonst geht es einfach nicht und man setzt sich selbst in ein neues, eben wieder nur von Menschen gemachtes Unrecht.

Der Kampf gegen das Naturrecht wird selten sachlich geführt. Warum hasst man das Naturrecht? Vordergründig, weil es auch missbraucht wurde, zum Beispiel zum Erhalt eigener Macht als „Recht des Stärkeren“ oder andere versuchten, biologische Realitäten als gottgewollte Gebote zu deuten und damit das Naturrecht lächerlich machten. Aber im Hintergrund derer, die heute davon nichts wissen wollen, steht im Grunde das Nein zu Gott und seiner Ordnung.

Über den Autor: Andreas Laun (Wikipedia-Eintrag)

 

Soziale und ökologische Generationengerechtigkeit – Gastbeitrag von Günter Danhel

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Kardinal Christoph Schönborn, Günter DanhelDer Begriff Generationengerechtigkeit umfasst die Wechselwirkungen des Handelns zwischen unterschiedlichen Generationen in einer Vielzahl von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Themen und Bereichen.

Gerechtigkeit ist ein grundlegendes Ordnungsprinzip der Gesellschaft. Sie besagt, dass jedem das Seine, d.h. jedem sein Recht zukommt, als Person anerkannt zu werden und ein menschenwürdiges Dasein zu führen.

Unter Generation im chronologischen bzw. temporalen Sinn wird die jeweils durch ihr aktuelles Alter und ihren Geburtsjahrgang bestimmte Gruppe gemeint. Nach dieser Definition leben stets mehrere Generationen gleichzeitig.

„Verbunden“ sind die unterschiedlichen Generationen durch den „Generationenvertrag“, worunter man im Pensions(versicherungs)recht einen fiktiven Solidar-Vertrag (1) zwischen jeweils zwei Generationen als theoretisch-institutionelle Grundlage einer im Umlageverfahren finanzierten dynamischen Pension (Rente) versteht und der Zurechnungsregeln enthält für die Verteilung des Arbeitseinkommens Erwerbstätiger mit der Absicht, die individuellen Konsummöglichkeiten angemessen auf die drei Lebensphasen, Erwerbsphase und Alter aufzuteilen (2). Leider ist es nie gelungen, den Generationenvertag zu einem umfassenden Drei-Generationen-Vertrag ‚auszubauen‘, der auch die Lebensphase Kindheit und Jugend angemessen berücksichtigt.

„Generationengerechtigkeit“ meint, dass jede Generation der nächsten mindest genau so viele Chancen und Handlungsspielräume hinterlassen sollte, wie sie selbst vorgefunden hat. (3)

Aus dieser Definition wird ersichtlich, dass das Prinzip der Generationengerechtigkeit auf viele Lebensbereiche Anwendung findet – man denke etwa an die Verschuldungsproblematik öffentlicher Haushalte.

Neben den „sozialen“ Aspekten von Generationengerechtigkeit tritt aber mit zunehmender Bedeutung der ökologische Aspekt, oft auch mit Nachhaltigkeit umschrieben.

Bereits im Jahr 1713, formulierte Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ das begriffsprägende Nachhaltigkeitsverständnis der Forstwirtschaft, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung, durch Säen und Pflanzen nachwachsen konnte:

„Wird derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.“ (4)

Ähnlich wie der Begriff der Generationengerechtigkeit kann auch der Begriff der Nachhaltigkeit auf viele Bereiche angewendet werden.

Angesichts des hierzulande wie global nach wie vor steigenden Energie- und Ressourcenverbrauchs und zunehmender Belastung des Öko-Systems stellt sich die Frage nach der zukünftigen Lebensbedingungen der Menschen in bisher nie da gewesener Brisanz.

Deswegen ist eine weitgehende Zustände- und Gesinnungsreform in ökologischer Hinsicht ebenso dringlich geboten wie hinsichtlich des Sozialsystems.

Es gibt eine Vielzahl von Aspekten, die für die ökologische Frage bedacht werden müssen, erwähnt sei hier nur allen voran der globale Klimawandel, denn er „ist bereits Realität. Die Menschen spüren seine Auswirkungen buchstäblich am eigenen Leib: Hitze und Dürre, Stürme und Starkniederschläge, Gletscherrückgang und Überschwemmungen, Ernteausfälle und Ausbreitung von Krankheiten. Der globale Klimawandel stellt die wohl umfassendste Gefährdung der Lebensgrundlagen der heutigen und in noch viel stärkerem Maße der kommenden Generationen sowie der außermenschlichen Natur dar.“ (5)

In Österreich stieg die Nutzung freier Flächen für Bau, Verkehr und Sonstiges von 2001 bis 2015 um 23,1% an (österreichische Bevölkerung +7,3%). Die Neuinanspruchnahme lag im Durchschnitt 2012–2015 bei 16,3 Hektar pro Tag.

Der inländische Materialverbrauch blieb in den vergangenen Jahren konstant, war aber 2015 mit rund 22 Tonnen pro Kopf dennoch hoch (EU-28: 13 t).

Der energetische Endverbrauch wuchs von 1995 bis 2015 um 29% (hingegen: EU-28 -2,0% bis 2014). Österreich wies einen des höchsten Pro-Kopfverbrauchs von Energie in Europa auf und lag damit 2014 im EU-Vergleich (EU-28) an 25. Stelle. (6)

Kaum eine Enzyklika hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten so viel positive Resonanz gefunden, wie „Laudato si“ von Papst Franziskus, enthält sie doch erstmals klare Aussagen darüber, wie wir uns heute verhalten müssen, damit es mit unserer Erde und den Menschen in Zukunft gut weitergehen kann. Dabei beschränkt sich Papst Franziskus nicht auf Aspekte des Umweltschutzes, sondern mahnt auch zu einem nachhaltigen Lebensstil, einer Umkehr vom wirtschaftlichen Wachstumsdenken sowie zu nötigen sozialen, politischen und ökonomischen Handlungsschritten.

Es ist zu wünschen, dass der Zusammenhang zwischen den sozialen und ökologischen Aspekten von Generationengerechtigkeit in der wissenschaftlichen Theologie wie in der kirchlichen Praxis stärkere Beachtung findet!

Die Katholische Soziallehre kann dazu wertvolle Beiträge leisten.

Anregung zur Selbsteinschätzung:

Ein Instrument zur Bestimmung des je eigenen ‚Fußabdrucks` und zur Entdeckung eigener Möglichkeiten zur Verringerung der ökologischen Übernutzung unseres Planeten bietet der ‚Fußabdruckrechner‘. Wie kein anderes Instrument erlaubt dieser, die abstrakten globalen Grenzen im persönlichen Bereich begreifbar zu machen. Innerhalb der „persönlichen Grenzen“ ergeben sich klare Handlungsanleitungen in Richtung zukunftsfähiger Lebensstile. Der ökologische Fußabdruck ist dabei ein Maß dafür, wieviel produktive Fläche der Erde gebraucht wird, um eine bestimmte Leistung oder Produktion aufrecht zu erhalten. Das betrifft nicht nur Nahrung, Bekleidung oder Holz, die allesamt Fläche zum Wachsen brauchen, sondern auch Straßen und Gebäude, die Flächen verstellen, und gilt auch für Abfälle und CO2, die Fläche brauchen, um wieder unschädlich gemacht zu werden. Der maximal zulässige ökologische Fußabdruck der Menschen darf die Kapazität der Erde auf Dauer nicht übersteigen.

Der ‚ökologische Fußabdruck‘, http://www.mein-fussabdruck.at/, www.footprint.at

Klimaforschungsnetzwerk Österreich, http://www.ccca.ac.at/de/ueber-ccca/

L i t e r a t u r h i n w e i s e :

  1. Wilfried Schreiber, „Vorschlag zur Sozialreform“: „Existenzsicherheit in der industriellen Gesellschaft“ (1955)

  2. Manfred Werding, „Zur Rekonstruktion des Generationenvertrages“ (1998)

  3. Max Wingen, „Familien und Familienpolitik zwischen Kontinuität und Wandel – 50 Jahre Bundesfamilienministerium“ (2003)

  4. Sächsische Hans-Carl-von-Carlowitz-Gesellschaft (Hrsg.), „Die Erfindung der Nachhaltigkeit – Leben, Werk und Wirkung des Hans Carl von Carlowitz“ (2013)

  5. Wolfgang Ockenfels/Ursula Nothelle-Wildfeuer, „Gerechtigkeit auf Zukunft hin. Sozialethische Aspekte der Generationengerechtigkeit“, Die Neue Ordnung, 66 (2012)

  6. „Wie gehts Österreich?“: Hohe Lebenszufriedenheit trotz negativer Entwicklungen bei Einkommen und Konsum; Emissionsrückgänge aber hoher Ressourcenverbrauch http://www.statistik.at/web_de/presse/110418.html (07.11.2017)

  7. LAUDATO SI (Kommentar und Zusammenfassung), http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/online_exklusiv/details_html?k_beitrag=4503953 (11.8.2017)

Über den Autor: Günter Danhel wurde 1953 in Wien geboren. Zunächst tätig in zahlreichen innerkirchlichen (zB.: Katholische Jugend, Caritas, katholisches Familienwerk) wie außerkirchlichen (Vereinigung Österreichischer Industrieller) Stellen. Von 1996 bis 2013 Direktor des Instituts für Ehe und Familie, 2006 Verleihung des Berufstitel „Professor“.  2007 gründete er das Österreichische Familiennetzwerk. Zudem wurde Danhel vom damaligen Familienminister Mitterlehner das Goldene Ehrenzeichen der Republik verliehen.

 

Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Waldstein

Prof. WaldsteinInterview mit Prof. Dr. Wolfgang Waldstein am 3. Juli 2017 von Dr. Maria Raphaela Hölscher

Inwieweit hat Sie die Beschäftigung mit dem Römischen Recht zugleich auch mit dem Naturrecht vertraut gemacht?

Die Beschäftigung mit dem Römischen Recht führt zwangsläufig zum Naturrecht, weil die römischen Juristen von der griechischen Philosophie beeinflusst waren, die griechische Philosophie hatte einen großen Einfluss auf die Juristen. So bin ich zwangsläufig mit dem Naturrecht in Berührung gekommen.

Welche Bedeutung hat das Naturrecht für die aktuelle heutige Situation?

Da möchte ich nur einen Punkt herausgreifen: Das Naturrecht ist längst in der Rechtswissenschaft verankert, daher kann es nicht geleugnet werden. Ebenso ist es sozusagen eine Säule der Soziallehre der Kirche und hat von daher gerade heute eine besondere Bedeutung, die leider oftmals nicht erkannt wird.

Wie haben Sie Johannes Messner kennengelernt und erlebt?

Johannes Messner habe ich einmal – es muss in den 60er Jahren gewesen sein – in Schwaz besucht. In Erinnerung habe ich einen schönen gemeinsamen Austausch und ein interessantes Gespräch, natürlich ging es dabei auch um das Naturrecht. Wir haben uns gut verstanden. Als Gesamteindruck habe ich seine Persönlichkeit als überaus beeindruckend erlebt. Er war ein scharfsinniger Denker und tief gläubig.

Wofür sind Sie Gott im Rückblick auf Ihr Leben besonders dankbar?

Besonders dankbar bin ich, dass ich die Bedeutung des Naturrechts erkannt habe. Es war eines meiner „Grundthemen“ in der wissenschaftlichen Arbeit. Privat bin ich sehr dankbar für meine Gattin, meine Familie und auch die kreativen Fähigkeiten, die Gott mir geschenkt hat, so habe ich große Freude am Schnitzen gehabt, meiner Gattin habe ich meine erste Vollplastik, eine Madonna mit Kind, geschenkt. Mit großer Dankbarkeit denke ich ebenso an die Bergtouren zurück, besonders die am Dachstein, den ich noch im Alter von 80 Jahren zusammen mit meinem Sohn bestiegen habe.

Herr Professor, danke für das Gespräch!

Büste von Johannes Messner im IEF

Reinprecht, Klose, IEF, 26. Juni 2017

Mag. Reinprecht, Frau Klose

Mit dankenswerter Erlaubnis von Mag. Johannes Reinprecht, Direktor des Instituts für Ehe und Familie (IEF), wurde eine Büste von Johannes Messner in Anwesenheit von Mag. Reinprecht, Frau Angelika Klose, Großnichte von Johannes Messner, und Frau Dr. Maria Raphaela Hölscher, Präsidentin der Johannes-Messner-Gesellschaft, am 26.6.2017 in der Bibliothek des IEF aufgestellt.

 

Dank an das Institut für Sozialethik

Frau Anger

Frau Anger (Institut für Sozialethik, Universität Wien)

 

Für die langjährige Betreuung der Postadresse der Johannes-Messner-Gesellschaft dankte am 12.6.2017 unsere Präsidentin, Frau Dr. Hölscher, Prof. Dr. Ingeborg Gabriel und ihrer Organisationsassistentin Beate Anger (Foto) vom Institut für Sozialethik an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Wien.

Neugewählter Vorstand der Johannes-Messner-Gesellschaft: (kathpress.at, 17.03.2017)

Bild: Der langjährigen Kassierin Frau Wilma Horsky wird für ihren Dienst gedankt. Links neben ihr der bisherige Präsident, Msgr. DDr. Johannes Klinger, rechts neben ihr die neue Präsidentin und Obfrau, Dr. Maria Raphaela Hölscher.

Die Gesellschaft, die das Andenken und Erbe des Wiener Sozialethikers Johannes Messner (1894-1984) wach hält, steht erstmals unter der Führung einer Frau: Die Theologin Dr. Maria Raphaela Hölscher wurde bei der Generalversammlung am Mittwoch zur neuen Präsidentin gewählt. Hölscher ist seit 2016 Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Die in Osnabrück geborene studierte Sozialarbeiterin und Religionspädagogin war zuvor in sozialen Diensten, als Krankenhausseelsorgerin und in der Gemeindepastoral in Deutschland und Albanien tätig, schrieb 2013 ihre Promotions-Abschlussarbeit am römischen Ateneo Pontificio Regina Apostolorum über das Naturrecht bei Benedikt XVI. und arbeitet heute als Religionslehrerin in Wien. Sie gehört der Bewegung „Gemeinschaft des neuen Weges vom hl. Franziskus“ an.

Die Entscheidung für die hochqualifizierte und praxiserfahrene deutsche Theologin sei ein Signal für die Relevanz der Gesellschaft sowie für eine „zeitgemäße Interpretation der katholischen Soziallehre im Geiste von Johannes Messner“, erklärte Hölschers Amtsvorgänger Johannes Klinger gegenüber „Kathpress“.

Johannes Messner galt als herausragender Lehrer des traditionellen und christlichen Naturrechts und begründete die „Wiener Schule der Naturrechtsethik“. Als Professor am Institut für Ethik und Sozialwissenschaften an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität in Wien wirkte er bis 1966.

Die „Johannes-Messner-Gesellschaft“ wurde 1991 – sieben Jahre nach Messners Tod – zur Pflege seines wissenschaftlichen und spirituellen Erbes gegründet. Sie führt die von Messner postulierten Inhalte der Sozialethik fort. Vizepräsidenten der Gesellschaft sind Militärerzdekan Harald Tripp und Hochschulprofessor Josef Spindelböck. Auch der bisherige Präsident Johannes Klinger gehört dem Vorstand weiterhin an.